Die erste Nacht Wildcampen – unsere Erfahrungen & Tipps

Nun stand sie also an, die erste Nacht Wildcamping in Deutschland. Unsere bisherigen Camping-Erfahrungen beschränkten sich bislang auf zahlreiche Nächte im Zelt – wohlbehütet auf diversen Camping-Plätzen. Schaffen wir es überhaupt einzuschlafen? Klopft irgendwann die Polizei am Fenster und verscheucht uns? Lauern unheimliche Tiere (oder Menschen?) im Gebüsch hinter dem Auto?

Zahlreiche Fragen geistern uns durch den Kopf als wir am späten Nachmittag auf den Schotterplatz in Donauwörth fahren. Eigentlich hatten wir vor, noch etwas weiter zu fahren und uns einen schönen Platz im Altmühltal zu suchen. Aber wie es eben so ist, man trödelt, ist spät dran und wirft die Pläne über den Haufen. Typisch Wildcamping-Anfänger suchten wir also kurz bei park4night nach einer Alternative und so kam es dazu, dass wir unser Quartier für die erste wilde Nacht auf einem Parkplatz an einem Baggersee aufschlugen.

Das Bett im Trabi ist schnell aufgebaut: Die Hundebox ist dank Steck-Konstruktion mit wenigen Handgriffen auseinander gebaut und landet auf dem Dachträger. Die Verdunkelung kommt an die Fenster, Fahrer- und Beifahrersitz werden nach vorn geschoben und geklappt, das Brett für die Liegefläche darauf geklappt, Schlafsäcke, Decken und Kissen ausbreiten – und fertig!

Noch ein kurzes Abendessen, eine kleine Gassi-Runde und dann ab ins Bett! Auch fürs Einsteigen gibt es eine feste Reihenfolge: erst Dana und Mango über die Kofferraumklappe und dann Franzi durch die Beifahrertür, da das die einzige Tür ist, die sich von innen öffnen und schließen lässt. Mit einem Film auf Netflix haben wir uns noch die Zeit bis zur Dunkelheit vertrieben und dann wohlig bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen…

Naja nicht ganz… Stattdessen lagen wir da, achteten auf jedes Geräusch, schielten bei jedem vorbeifahrenden Auto aus dem Fenster und stellten fest, wie laut Frösche und Vögel sein können. Eine störte das alles überhaupt nicht. Mango hatte innerhalb von Sekunden ihre Schlafposition – natürlich alle Viere von sich gestreckt, wir haben ja soo viel Platz – und süße Träume gefunden. Irgendwann geling es auch uns Zweibeinern und wir konnten ein paar Stunden erholsam schlafen.

Am nächsten Morgen war Arbeitsteilung angesagt: Franzi baute die Camping-Konstruktion ab und machte wieder ein fahrtaugliches Gefährt aus unserem Trabi, während ich mich um die morgendliche Gassirunde kümmerte. Eine kurze Katenwäsche, ein schnelles Frühstück – und schon waren wir wieder auf der Straße – weg von unserem ersten, aber ganz bestimmt nicht letzten Wildcamping-Spot!

 

Wildcampen Tipps: So gelingt die ersten Nächte in der „Wildnis“

Obwohl wir selbst Wildcamping-Anfänger haben wir ein paar Tipps und Empfehlungen gesammelt, die wir für uns festgehalten oder von anderen Campern gelernt haben:

  1. Genug Zeit einplanen: Gestresst und bei Dunkelheit am Spot für die Nacht anzukommen, ist keine gute Idee. Es kann hilfreich sein, den ausgesuchten Platz ein wenig zu beobachten, etwas zu spazieren und ein Gefühl für die Umgebung zu bekommen.
  2. Hör auf dein Bauchgefühl: Wer schon 100 Wildcamping-Plätze kennt, merkt vermutlich innerhalb von Sekunden, ob der Spot passt oder nicht. Aber auch Anfänger sollten sich auf die eigene Intuition verlassen und bei Bedenken lieber weitersuchen.
  3. Achte auf den Handyempfang: Ob es darum geht, den nächsten Tag zu planen oder im Ernstfall Hilfe rufen zu können – zu wissen, dass Handyempfang vorhanden ist, kann sehr beruhigend sein.
  4. Sorge für Ablenkung: Du findest nicht zur Ruhe, jedes Geräusch lässt dich hochschrecken, dann ist es Zeit für Ablenkung. Wie man in verschiedenen Reise- und Vanlife-Blogs liest, sind Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg Hörspiele der Einschlaf-Tipp schlechthin.
  5. Mach dich mit Regeln und Recht vertraut: Auf öffentlichen Plätzen Schilder lesen oder auf Privatgelände um Erlaubnis fragen, gehört beim Wildcamping in Deutschland dazu. Ist das Übernachten verboten, wird man gerade als unsicherer Anfänger wohl kaum erholsamen Schlaf finden.

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